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BARFUSS fragt Isabel Goller

BARFUSS fragt, Isabel Goller spielt

Pumps und Deep Purple

Die junge Brixnerin Isabel Goller spielte mit ihrer Harfe bereits in Thailand und auf einem Kreuzfahrtschiff und entlockt dem Instrument auch rockige Töne.

„Eine zusammenklappbare Harfe, die ich in der Handtasche mitnehmen kann“, antwortet Isabel Goller auf die Frage, was sie sich denn für die Zukunft wünscht und lacht. Gerade eben hat sie ihr um die 1,80 Meter großes und circa 40 Kilogramm schweres Instrument aus dem Auto gehievt und mit einem eigens für den Harfentransport angefertigten Karren gekonnt zum Interview im ersten Stock manövriert. Isabel ist dieses anstrengende Unterfangen gewohnt – ihre Harfe ist ihr Job. Die 22-Jährige aus Brixen studiert an der Zürcher Hochschule der Künste, ihr Ziel ist das Orchester. Den Weg dorthin schlug sie schon mit jungen Jahren ein.

Auf einem Bauernhof aufgewachsen, kam sie als Kind das erste Mal in Kontakt mit einer Harfe. Hausgäste der Familie aus Deutschland hatten zum Urlaub auf dem Bauernhof ihre Harfe und ihre Geige mitgebracht. Isabel war sofort fasziniert – mit neun Jahren bekam sie Harfenstunden an der Musikschule, ihre Schwester entschied sich für die Geige. Isabels Talent blieb nicht lange unentdeckt, sie nahm an mehreren Wettbewerben teil, die sie auch oft gewann, begann schon 2009 das Jungstudium am Mozarteum in Salzburg, wo sie schließlich mit erst 15 Jahren auch hinzog und die letzten drei Jahre der Oberschule absolvierte. „So richtig Heimweh hatte ich eigentlich nie“, erinnert sich die blonde, zierliche Harfenistin. Ihre Familie würde ihr aber schon fehlen, gesteht sie und lächelt ihre Mutter an, die sie zum Interviewtermin begleitet hat. Ohne die Unterstützung ihrer Familie wäre Isabel wahrscheinlich nicht da, wo sie heute ist. Allein die Auftritte, zu denen sie immer mit dem Auto gebracht werden musste, waren viele.

Isabel Goller ist ganz in der klassischen Musik zu Hause, Mahler ist ihr Lieblingskomponist. Ihr Harfenspiel hat sie schon einiges von der Welt sehen lassen, für Wettbewerbe war sie bereits in Japan und in Thailand. Selbst auf einem Kreuzfahrtschiff in Norwegen sorgte sie bereits für musikalische Unterhaltung.

Für das Interview wechselt Isabel schnell ihre flachen Schuhe gegen Pumps. Das hat aber nichts mit Eitelkeit zu tun, denn die Absätze wurden ihr bereits in der Musikschule verordnet, schmunzelt sie. Diese „Berufskleidung“ hat beim Harfenspielen ganz praktische Gründe, der Weg zu den sieben Pedalen ist dadurch einfach kürzer. Als die 47 Saiten alle einzeln durchgestimmt sind, kann das Interview beginnen.